15. 10. - 19. 11. 2006

A. und H.J. Breuste

Hans-Jürgen Breuste wird in der Städtischen Galerie die Bojen, die bis vor kurzem noch Teil seines 1975 im Rablinghauser Uferpark entstandenen Lankenau-Monuments waren, zu einer großen Material-Collage transformieren. Es wird eine völlig neue Arbeit des 73jährigen Künstlers sein, die nicht nur die Erinnerung an das vor kurzer Zeit abgebaute Monument lebendig hält. Dem Künstler schwebt eher vor, über die Arbeit mit den Bojen im Ausstellungsraum einen neuen Ansatz für eine Nachfolgeskulptur im Weseruferpark zu entwickeln. Er folgt damit seinem fundamentalen Arbeitsprinzip, Materialien, die ihren Gebrauchswert verloren haben, in neuen, symbolhaltigen Zuordnungen zu "reanimieren".

   

Das Lankenau-Monument war die zweite Arbeit, die Breuste in Bremen realisiert hat. 1971 türmte er Tonnen vor der Stadtbibliothek in Vegesack übereinander, die den Ort markierten, an dem die alte Synagoge gestanden hatte. Breuste und der Kurator, Hajo Antpöhler, mussten das Ensemble nach kurzer Zeit wegen immer heftiger werdender Proteste der Bevölkerung abbauen. Auch das Lankenau-Monument war über ein Jahr lang sehr umstritten – als es errichtet worden war, wurde es in kürzester Zeit durch einen großen Schriftzug zur "Schrottkiste". Die Protestierenden waren überwiegend auf der damals noch bestehenden Werft AG Weser beschäftigt. Als diese 1983 geschlossen wurde, mutierte die "Schrottkiste" zu einem Denkmal für die verlorene Werft, die seit 1906 der größte Arbeitsplatz Bremens war.

Hans-Jürgen Breuste ist einer der wenigen politischen Künstler der 60er und 70er Jahre, der seinen Ansatz konsequent durchgehalten hat. Seine Provokation liegt nicht in inhaltlichen Aussagen, sondern in der zugleich abschreckenden und anziehenden Wirkung seines "Industrieschrotts". Die Installation von Hans-Jürgen Breuste in der Städtischen Galerie wird zusammen mit Malereien seiner Frau, der Künstlerin Almut Breuste, gezeigt werden.

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