Einjähriges Atelierstipendium für bildende Künstlerinnen und Künstler

Das Bremer Atelierstipendium, das der Senator für Kultur seit 2017 vergibt, umfasst einen zwölfmonatigen mietfreien Arbeitsraum sowie einen monatlichen finanziellen Zuschuss für die Umsetzung der künstlerischen Arbeit. Es können sich Künstler und Künstlerinnen bewerben, die in Bremen leben und arbeiten und deren erfolgreicher Abschluss eines Kunststudiums an einer Kunstakademie bzw. vergleichbaren Einrichtung nicht länger als drei Jahre zurückliegt. 

Ziel des Stipendiums ist, den junge Künstlern und Künstlerinnen beim Einstieg in das professionelle Berufsleben und bei der Vernetzung im Kunstbetrieb zu unterstützen und zu helfen, ihre künstlerische Arbeit vor Ort zu etablieren. Das Künstlerhaus Bremen stellt dafür einen Atelierarbeitsplatz zur Verfügung, ermöglicht den Austausch mit erfahrenen Kollegen und Kolleginnen sowie einen Einblick in die Praxis eines international vernetzten Ausstellungsraumes. Die Betreuung der Stipendiaten und Stipendiatinnen erfolgt durch die künstlerische Leitung des Künstlerhauses und weiterer externer Kuratoren und Kuratorinnen. Das Stipendium endet mit einer Werkausstellung.

Das Atelierstipendium 2020 geht an die Künstlerin Irene Strese

Das Bremer Atelierstipendium, das der Senator für Kultur zum vierten Mal vergibt, geht 2020 an die Künstlerin Irene Strese (Jahrgang 1986). Sie hat an der Hochschule für Künste in Bremen studiert und ihr Studium als Meisterschülerin von Prof. Andre Korpys und Prof. Markus Löffler beendet.

Ein künstlerischer Beirat, der den Senator für Kultur berät, hat Irene Strese als Stipendiatin empfohlen. Der Beirat besteht aus Mitgliedern, die durch ihre Berufstätigkeit mit der zeitgenössischen bildenden Kunst vertraut sind. Seine Begründung lautet:

„Irene Strese zeigt in ihren Arbeiten, die Elemente aus bildhauerischen Verfahren, Performance und partizipatorischen Ansätzen kombinieren, eine hohe konzeptionelle Durchdringung. Ihre Werke sind geprägt von herausragender handwerklicher Umsetzung, insbesondere in ihrem bevorzugten Werkstoff Keramik. Die kunsthandwerkliche Perfektion konterkariert sie dabei in Form und Inhalt ihrer Arbeiten. Brüche mit den Erwartungen an den Werkstoff und an Themen, die damit üblicherweise dargestellt werden, bestimmen ihre Werke. Vielfach zeigt die Künstlerin eine subtil humorvolle bis ironische Aneignung thematischer Setzungen, die sie in ihren performativen Aktionen und im Umgang mit Rezipierenden aufgreift, wenn sie diese einbezieht. Gerade dieser auf Vernetzung und Austausch setzende Ansatz von Irene Strese, in dem ihr persönliches Engagement eine große Rolle spielt, hat die Jury überzeugt, ihr das Atelierstipendium 2020 zuzuerkennen.“