Das Atelierstipendium 2022 geht an die Künstlerin Paula Hurtado Otero

Das Bremer Atelierstipendium, das der Senator für Kultur zum sechsten Mal vergibt, geht 2022 an die 1988 in Kolumbien geborene Künstlerin Paula Hurtado Otero. Seit 2011 lebt und arbeitet die Künstlerin in Bremen. Hier studierte sie Freie Kunst an der Hochschule für Künste in Bremen bei Prof. Ingo Vetter und bei Prof. Natascha Sadr Haghighian, bei der sie 2019 ihren Meisterschüler absolvierte.

Die Künstlerin Paula Hurtado Otero. Foto: Ricardo Nunes

Das Bremer Atelierstipendium wird seit 2017 jährlich an eine Bremer Künstlerin/einen Bremer Künstler vergeben und umfasst einen zwölfmonatigen mietfreien Arbeitsraum sowie einen monatlichen finanziellen Zuschuss für die Umsetzung der künstlerischen Arbeit. Es können sich Künstlerinnen und Künstler bewerben, die in Bremen leben und arbeiten und deren erfolgreicher Abschluss eines Kunststudiums an einer Kunstakademie bzw. vergleichbaren Einrichtung nicht länger als drei Jahre zurückliegt.

Ziel des Stipendiums ist, die jungen Künstlerinnen und Künstler beim Einstieg in das professionelle Berufsleben und bei der Vernetzung im Kunstbetrieb zu unterstützen und ihre künstlerische Arbeit vor Ort zu etablieren. Das Künstlerhaus Bremen stellt dafür einen Atelierarbeitsplatz zur Verfügung, ermöglicht den Austausch mit erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sowie einen Einblick in die Praxis eines international vernetzten Ausstellungsraumes. Die Betreuung der Stipendiatin erfolgt durch die künstlerische Leitung des Künstlerhauses und weiterer externer Kuratorinnen und Kuratoren. Das Stipendium endet mit einer Werkausstellung in der Galerie des Künstlerhauses.

Ein künstlerischer Beirat hat Paula Hurtado Otero als Stipendiatin für 2022 empfohlen. Der Beirat besteht aus Mitgliedern, die durch ihre Berufstätigkeit mit der zeitgenössischen bildenden Kunst vertraut sind. Die Begründung lautet:

Paula Hurtado Otero hat die Jury mit ihrem vielfältigen, häufig ephemeren Werk überzeugt, das in vielen Fällen Kollaborationen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern und weiteren Akteurinnen und Akteuren einschließt. Die neue Atelierstipendiatin bezieht sich aus ihrer eigenen besonderen Perspektive auf gesellschaftliche Strukturen und Entwicklungen. Dazu eignet sie sich Kulturtechniken, künstlerische Medien, historische Ereignisse und fremde Sichtweisen an, denen sie nachspürt und in neuen und eigenen Erzählungen wiedergibt.

Ihre eigene künstlerische Arbeit und ihren Fokus beschreibt sie selbst als eine "Arbeit am Narrativ", das sich aus einer persönlich bedingten Fragestellung entwickelt, immer aber seine gesellschaftsrelevante Ebene mitdenkt. Entsprechend prozesshaft sind viele ihrer Projekte, was sie auch zur Grundlage ihrer künstlerischen Arbeit im Atelierstipendium machen möchte. Diese betonte Nutzung der einjährigen Arbeitssituation im Künstlerhaus Bremen als ein kontinuierliches künstlerisches Werk, das sich nicht erst in einer Abschlusspräsentation manifestiert, ist für die Jury ein besonders reizvoller Umgang mit den Möglichkeiten und Bedingungen des Atelierstipendiums, von dem wiederum zahlreiche Impulse für alle zu erwarten sind, die sich während des Stipendienjahres von Paula Hurtado Otero mit ihrer Arbeit an einer neuen Narration beschäftigen.