18. August bis 20. Oktober 2019

In einem retrospektiven Überblick würdigt die Städtische Galerie Bremen das Werk von Christine Prinz, die 2013 verstorben ist. Zusätzlich ordnet ihr Lebensgefährte Claus Haensel eigene Arbeiten seit den 1970er Jahren den Ansätzen von Christine Prinz zu und erschließt auf diese Weise die gegenseitige Beeinflussung und die Bezugnahme von zwei sich ansonsten eigenständig entwickelnden Gesamtwerken.

Claus Haensel und Christine Prinz haben 1963-68 bzw. 1973-78 ihre künstlerische Ausbildung an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, erhalten. Beide haben in der DDR und deren Fokussierung auf den „Sozialistischen Realismus“ einen individuellen Stil entwickelt, der deutlich der Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte der Moderne, nicht einem politischen Programm verpflichtet war. Die Unangepasstheit des Künstlerpaares führte 1984 zur Ausreise aus der DDR, bewusst wurde Bremen als neue Heimat gewählt, wo Claus Haensel und Christine Prinz seitdem die Kunstszene mit ihren besonderen Positionen bereichert und geprägt haben.

Im Zentrum von beiden Werken steht die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur, durchaus mit ähnlichen Themen wie dem weiblichen Akt, bei Christine Prinz spezifisch aber auch mit der Rolle als Künstlerin. In diesem Zusammenhang erweist sich vor allem die Fotografie als Katalysator eines außergewöhnlichen, letztlich malerischen und zeichnerischen Prozesses. In zwei umfangreichen Publikationen werden beide Gesamtwerke umfassend dokumentiert und mit wissenschaftlichen Texten eingeordnet.

Die Publikationen können gerne während der Öffnungszeiten auf Rechnung erworben werden oder per E-Mail bestellt werden.

Claus Haensel
Kopf und Hände, 1982
Tusche, Tubetten, Aquarell, Papier, 100 x 140 cm
Claus Haensel
Halbakt , 1982
Kugelschreiber gebündelt, Aquarell auf Zeichenkarton
Christine Prinz
Akt Liegend, 1983
Öl auf Leinwand
Christine Prinz
Frierende, 1982
Öl auf Leinwand